Wie ein Düsenjet beim Absturz seinen Propeller verlor

Bildunterschriften sind wohl die ungeliebten Stiefkinder des (Online-)Journalismus. Diese kleinen Informationshappen haben nicht das Renommée eines Artikels oder einer Headline, werden aber für die Klickstrecken der Onlineausgaben in rauen Mengen benötigt. Das dürfte ein Grund dafür sein führen, dass sie häufig kurz vor der Veröffentlichung von irgendjemanden zusammengetippt werden, der selbst nicht mit der zugehörigen Materie vertraut ist, und so die üblichen Qualitätsicherung umgehen.

Anders lassen sich jedenfalls die vielen groben Schnitzer nicht erklären, die mir immer wieder in den Bildunterschriften auffallen. Oft handelt es sich dabei nicht mal umfehlendes Fachwissen, sondern um so offensichtliche Dinge, dass sie jedem mit ein bisschen klaren Menschenverstand bei Betrachtung der zugehörigen Bilder auffallen müssten…

So auch heute in einer Bildstrecke der Rhein-Zeitung über einen »Absturz« eines »Oldtimer-Düsenjets« in der Nähe von Bitburg:

Quelle: Rhein-Zeitung

Auf dem ersten Bild der Strecke sieht man die Nase des auf einer Wiese in der Eifel abgestürzten notgelandeten Jets des Typs Lockheed T-33. Das Flugzeug ist durch eine Landung ohne Fahrwerk offensichtlich nur leicht beschädigt worden, weshalb der Begriff »Absturz« etwas übertrieben sein dürfte.

Gut zu erkennen sind auf diesem Bild die Lufteinlässe des linken Strahltriebwerks sowie die karakteristische Nase.

Quelle: Rhein-Zeitung

Als nächstes folgt dann ein Photo, dass angeblich dasselbe Flugzeug kurz zuvor in der Luft zeigt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch Propeller-Flügel an der Nase des Fliegers?! Und wie jedes Kind weiß, ist ein solcher Propeller ist eher ungewöhnlich für einen Strahlflugzeug

Nachtrag:

Nachdem ich sie via Twitter darauf hingwiesen habe, hat die Rheinzeitung das Bild des Propeller-Flugzeugs mittlerweile aus der Klickstrecke entfernt.

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